Anna Zucker
Singen – pures Glück und eine Form der Selbstbegegnung
Die Stimme ist ein direkter Ausdruck unseres innersten Erlebens – sie verbindet uns mit uns selbst und mit der Welt um uns herum. Im Singen kann sich etwas in uns öffnen: Blockaden beginnen sich zu lösen, der Atem wird freier und im Körper entsteht ein Gefühl von Leichtigkeit und Lebendigkeit. Durch die Ausschüttung von Glückshormonen wie Serotonin, Beta-Endorphin und Oxytocin wird ein Zustand von innerer Ruhe, Wohlbefinden und Geborgenheit gefördert. So kann das Singen helfen, Symptome von Angst, Stress oder Anspannung zu mildern.
Stimmarbeit ist weit mehr als nur das Training der Stimme – sie ist eine Form der Selbstbegegnung. Die Stimme wirkt wie ein Spiegel unserer Gefühle, Gedanken und Verhaltensmuster. Alles, was wir in uns tragen – Freude, Unsicherheit, Spannung oder Zurückhaltung – spiegelt sich im Klang. Während des Singens tritt der Bereich des Gehirns, der Angstreaktionen auslöst, in den Hintergrund. Dadurch entsteht Raum für Vertrauen, Ausdruck und Präsenz.
Gezielte Stimmarbeit, etwa durch Tönen oder freies Singen, öffnet einen Zugang zu unserem Unterbewusstsein. Sie kann helfen, festgehaltene Emotionen, alte Muster oder verdrängte Gefühle sanft ins Bewusstsein zu bringen und aufzulösen. Gleichzeitig stärkt sie die Verbindung zum eigenen Körper und zur Atmung – beides zentrale Anker für Selbstwahrnehmung und Stabilität.
Indem wir unsere Stimme bewusst einsetzen, können wir unsere innere Stimme (wieder)finden – jene authentische, lebendige Kraft in uns, die Ausdruck und Orientierung schenkt. Stimmarbeit unterstützt damit nicht nur die Entfaltung von Selbstvertrauen und Präsenz, sondern auch die Fähigkeit, uns selbst und anderen in Resonanz zu begegnen.