Sabine Bergmann
MBCT: Mindfulness-Based Cognitive Therapy
Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie wurde von den Verhaltenstherapeuten und Wissenschaftlern Mark Williams, John Teasdale und Zindel Segal entwickelt, um Menschen mit mehrfach durchlebten Depressionen eine Methode an die Hand zu geben, das Risiko eines Rückfalls zu verringern. MBCT ist ein erprobtes und wissenschaftlich überprüftes Programm, das in den letzten fünfzehn Jahren weltweite Verbreitung gefunden hat und in den „Medizinischen Leitlinien“ zur Nachsorge bei Depressionen empfohlen wird.
Der 8-wöchige MBCT-Kurs kombiniert die Kernelemente aus dem MBSR-Programm nach Jon Kabat-Zinn mit Komponenten der kognitiven Verhaltenstherapie.
Wie wirkt MBCT?
Die Depression gehört zu den am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen. Ein großes Problem bei depressiven Störungen ist das Rückfallrisiko. MBCT basiert auf der Annahme, dass der Rückfall in eine Depression vor allem durch wiederholte, negative und grüblerische Gedankenmuster ausgelöst wird. Besonders in Zeiten erhöhter Rückfallwahrscheinlichkeit hilft MBCT dabei, die Fähigkeit zu entwickeln, die ungünstigen Geisteszustände und andere Frühwarnsymptome wahrzunehmen und den depressiven Kreislauf zu unterbrechen. Achtsamkeit unterstützt dabei, sich von der Reaktivität des depressiven Denkens zu lösen und reduziert die Tendenz, sich mit den eigenen, grüblerischen Gedanken zu identifizieren.
Wissenschaftliche Studien haben bestätigt, dass sich bei Menschen, die an einem MBCT-Programm teilnehmen, das Rückfallrisiko in eine depressive Episode deutlich reduziert.
Referenzen: Langjährige MBSR-,MBCT und Deep-Rest-Trainerin, Senior Teacher für Achtsamkeit und Mitgefühl, Heilpraktikerin für Psychotherapie, zertifizierte Coachin für Neurosystemische Integration (NI)
Neben formalen Achtsamkeitsübungen (unterschiedliche Meditationsübungen im Sitzen, Liegen und in Bewegung) vermittelt der MBCT-Kurs grundlegende Informationen zum Thema Depression und Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie, die den Menschen helfen, sich aus dem depressiven Kreislauf zu befreien und mit Stimmungsschwankungen konstruktiv umzugehen.
Die Teilnehmer*innen lernen mit Hilfe der Achtsamkeitsübungen mit den Erfahrungen des gegenwärtigen Moments immer mehr in Kontakt zu sein. Dadurch erhalten sie ein tieferes Verständnis von sich selbst, ihren depressiven Gedankenmustern und ihren gewohnheitsmäßigen und oft automatischen Reaktionsweisen. So können sie die Frühwarnsymptome wie depressionsfördernde Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen rechtzeitiger erkennen und unterbrechen. Gleichzeitig fördert die Achtsamkeit die Akzeptanz und das Wohlwollen sich selber gegenüber und schafft so einen inneren Freiraum und freundlicheren Umgang mit sich selbst.
- Die tägliche Übungszeit (45 bis 60 Minuten) zu Hause während des Kurses und darüber hinaus ist entscheidend, um das Gelernte wirkungsvoll in den Alltag zu integrieren. Die Teilnehmer*innen erhalten hierfür Audiodateien und ein umfangreiches Workbook.
Für wen ist MBCT geeignet?
MBCT richtet sich im Wesentlichen an Personen, die bereits in ihrer Vergangenheit mehrere depressive Episoden erlebt haben, aber akut nicht depressiv sind.